Fahrrad Merlin

Tipps & Tricks

Auf Dieser Seite präsentiere ich von Zeit zu Zeit ein paar Tricks & Kniffe für's restaurieren von Fahrrad-Oldtimern 
Aber bitte ärgert Euch nicht, wenn sich am Anfang hier noch nicht allzuviel tut, ich muß erst einmal die ganzen Themen sortieren - also was ich veröffentliche, und was nicht....Danke schon einmal im Vorraus für Euer Verständnis... 

Euer 
Fahrrad - Merlin

 


ERSTE SICHTUNG & WORAUF MUß MAN ACHTEN?

Wenn man ein altes Schätzchen zugelegt hat, und vorhat es wieder instand zu setzen,
muß man sich erst einmal eine Übersicht verschaffen.
Dazu ist es hilfreich sich eine 10 Punkte Liste zu erstellen.
Diese sollte folgenden Punkte enthalten:

1 - 
 In welchem Gesamtzustand befindet sich das Rad

2 - 
Was steht noch in Funktion - und was nicht

3 - 
Was muß dringend ausgetauscht, was nur repariert werden
(je nach Dringlichkeit) 

4 - 
Welche Teile kann ich besorgen, welche muß ich selbst anfertigen

5 - 
Legt Euch eine Liste mit allen Adressen, Telefonnummern bzw. Web-Pages
an, die Ihr für Teilebeschaffung oder eine eventuelle Hilfestellung benötigt.

6 - 
Legt Euch Kisten zu, in Die Ihr während des Demontierens die
Teile nach Nummern und Arbeitsschritten einsortiert.

7 - 
Legt Euch einen Notfallplan zurecht, auf den Ihr zugreifen
könnt, wenn mal was in die Hose geht.

8 - 
Bevor Ihr eine Restaurierung angeht, vergewissert Euch, daß Ihr über 
das notwendige Werkzeug verfügt, oder ob Ihr ggfs. noch etwas
beschaffen müßt.

9 -
Legt Euch einen Finanzplan zurecht - wirtschaftlich rentiert sich eine Restaurierung
meist nie - macht Euch auf eine eventuelle Ausuferung der Kosten gefasst.

10 - 
Setzt Euch einen Maximalen finanziellen Fixpunkt - wie weit Ihr mit der
Restaurierung gehen wollt, Lohnt sich die Vollrestaurierung technisch gesehen,
oder reicht auch eine große Inspektion. Eine genaue Abwägung dieser Überlegungen, kann bares Geld sparen.


DIE RESTAURIERUNG:

Ihr habt Euch also festgelegt, und wollt ein altes Schätzchen restaurieren,und 
seid Euch des Zeitaufwands,Kostenaufwands,und eventuellen Risikos bewusst?
Na dann kann's ja losgehen!!


SCHRITT EINS:

Wenn Ihr keinen Fahrradmontageständer habt, dann legt Euch einen Karton auf den Boden,
löst die Schrauben der Klingel und dreht Sie herum, damit das Rad gerade auf dem Lenker
stehen kann,wenn Ihr es umgedreht habt.
Prüft als Nächstes das Glockentretlager....hat es zuviel Spiel,
werdet Ihr nicht d#rumherum kommen es zu öffnen.
Sollte es aber kein Spiel haben,und macht es beim drehen keinerlei Geräusche,dann befolgt eine goldene
Regel: Was nicht unbedingt geöffnet werden muß, bleibt zu. 
ungeöffnet haltbar sozusagen...*G*
Verfahrt genauso mit der Hinterradnabe - sollte die Achse Spiel haben - zieht die seitlichen Kontermuttern nach.
Sollte dies' nicht gelingen - bleibt Euch nichts anderes übrig bleiben,als die Nabe zu demontieren,
und nach der Ursache zu forschen. Wenn das Rad sehr lange gestanden hat, lohnt eine öffnung sämtlicher Lager und Naben so oder so, da das alte Fett oder Öl unbedingt raus muß,
die Lager gereinigt werden müssen, und bei Bedarf instand gesetzt oder ausgetauscht werden sollten.
Stand das Rad noch nicht so lange und ist der Zustand passabel, kann man
dies großzügig ignorieren.

Hier nachstehend ein paar Bilder zum Thema Hinterradnabe Fichtel &Sachs:


Hier ist die Nabe offen!



Das Innenleben einer Sachs-Rücktrittnabe
von 1938

Das Innenlager...



Der "Mitnehmer" - man sieht sehr schön die Fraßspuren,und
die Risse im Inneren - nach 76 Jahren darf das passieren!
Und trotzdem ist die Ursache des Verschleisses mal wieder:
MANGELNDE WARTUNG!



Der Nabenbremshebel!




So - und deshalb sollte man Die Wartung nie zu lange hinauszögern ....
Wie diese Aussehen kann, zeige ich hier an einem kleinen Beispiel..:

Ich habe seit drei Tagen ein neues Fahrrad in meiner Sammlung - ein "TURMBERG-de Luxe - Damenrad 26 Zoll"
Und an diesem Rad zeige ich Euch mal, was man beherzigen sollte - also ...bereit?
Ja? - Na dann kann's ja losgehen!!

1.) Lenkkopflager/Steuerrohr:
Hier sollte man besonders auf eine gute Wartung achten, denn tut man dies' nicht,
dann passiert genau das, was jeder Oldiefahrer kennt...: Der Lenker lässt sich trotz lösen
der Kopfmutter/Schraube nicht mehr in der Höhe - geschweige seitlich verstellen ...
und warum?
Ganz einfach:Festgerostet im Steuerrohr/bzw.Gabelrohr!.
Und deshalb macht man Folgendes:




Die Domschraube am Steuerrohr gegen den Uhrzeigersinn
aufdrehen



Domschraube anheben.....darunter kommt das Gewinde
des Gabelrohrs zu Tage..



Nun schraubt man - ebenfalls gegen den Uhrzeigersinn - die Arretierung
der Gabel los.



...und ...et voila ...da ist es ....das Lenkkopflager!



Genaaaau ...da! - Seht Ihr? - Und dieses schreit förmlich nach 
Streicheleinheiten - also - geben wir Sie Ihm ...in Form von:



Geeenau.....Öl - Genauer gesagt ...ich verwende Originales
Olivenöl - extra Vergine - verharzt nicht und schmiert besser
als jedes Maschinenöl. Und es konserviert. Also man nehme
eine Ölkanne - am besten mit einem Schlauch d'ran - 
(kann man sich aus einer Kabelhülse und einem Haushaltsgummi selbst basteln)
und ...



...führe den Schlauch ein, und verwöhne das Lager mit zirka 2-3 Pumpschlägen
Olivenöl!...
Natürlich schraubt man nachdem man alles erledigt hat die Schrauben
in umgekehrter Reihenfolge wieder zu!!

Weiter geht's mit einem der wichtigsten Bauteile, das man NIE 
vernachlässigen sollte:



Der Hinterradnabe!!!
Manche haben noch einen "Helmöler" - also einen Schmiermaxe oder 
auch Schmiernippel - diese hier allerdings nicht - es handelt sich hier
lediglich um eine Fichtel&Sachs Rücktrittnabe - Modell KOMET!
Diese schmiert man, indem man die Nabe öffnet, Sie reinigt von jahrzehntelangem Schmutz
und Ölkrusten - danach füllt man frisches Öl ein - wie gesagt - ich nehm Olivenöl - 
alleredings könnt Ihr ruhig ein gutes 15W40 Motorenöl nehmen oder ein 30er
Getriebeöl. Im Schiffsbedarf bekommt man sowas manchmal besser und günstiger.
Die Allwöchentliche Schmierung bekommt diese Nabe mit ein paar Tropfen auf der Achsnabe!

Auch die Bremsen nicht vergessen!!
Und ich mein jetzt nicht die Beläge - denn das wäre tödlich - im wahrsten Sinne des Wortes!!



Beginnen mit der Überprüfung der Bremse sollte man an der Klemmschraube - 
schaut, ob der Draht nicht angerostet bzw. schon gebrochen oder auch nur ausgefasert ist!
Ist der Draht "gesplisst" oder gar gebrochen ...dann heißt es unverzüglich:
STILLLEGUNG des Fahrrades, und einen neuen Bremszug verbauen.
Ist er angerostet, tragt ein wenig Öl auf, dann kann Er schon mal nicht mehr weiter rosten.

Muß man Ihn tauschen, dann nehmen wir einen...



8er Ringschlüssel...und ...



Setzen Ihn an der Klemmschraube an, und lösen Diese gegen den Uhrzeigersinn..
und ziehen den Draht heraus... Oben...
also hier:



...hängen wir den Zug aus, und ziehen Ihn aus seiner Ummantelung.
Dann nehmen wir den neuen Zug,hängen Ihn oben am Bremshebel ein, ölen Ihn ein wenig,
dann flutscht es besser durch die Ummantelung - und der Zug ist so gegen
Feuchtigkeit - und somit gegen Rost geschützt, und Er gleitet besser.
Nun schieben wir den Drahtzug durch die Hülle und durch die Klemmschraube unten. Dann drückt Ihr die Bremsbacken mit der Hand zusammen - arretiert Sie und zieht die Klemmschraube an.-Fertig!
Natürlich sollte man die Gelenke der "WEINMANN"-Bremse auch mal ölen - so vermindert sich die Zugkraft am Hebel.

Und jetzt kommen wir zu einem wichtigen und doch am meisten
vernachlässigstem Bauteil am Fahrrad - dem...



DYNAMO!!!
Euerer drehenden Lebensversicherung!!
Wird Er vernachlässigt, wird Er irgendwann einmal aufhören
zu funktionieren - und dann war's das - dann gehen im wahrsten Sinne
des Wortes die "Lichter aus"!
Tja, damit ein Dynamo leichtgängig ist und somit wenig Widerstand beim treten bietet,
sollte man Ihm auch ein wenig Liebe zukommen lassen....
mit der Ölkanne..und zwar vor allem oben am Kopf - der sich schliesslich dreht ...und 
last but not least... auch HIER:



...am Gelenk!! - denn ist dieses nicht geschmiert, kann es sich leicht irgendwann
festsetzen und gammeln bzw. rosten. und dann macht's mal gängig...bei Dem hier, hab'
ich's g'rad noch geschafft!!
Nun läuft Er wieder Spitze!

Nun - beim Restaurieren von alten Chromfelgen - da trauen sich einfach nicht allzuviele d'ran - 
gibt's natürlich auch einen kleinen Tipp:
Holt Euch im Baumarkt Vier Bürsten:
Eine Handelsübliche Stahlbürste, und die in vier Größen
erhältliche ..



KUPFERBÜRSTE!!!
Sie ist stark - und doch weich und sanft - und macht keine Riefen im Chrom. Dann benetzt man die Felge etwas
mit Olivenöl - eine Gute Eigenschaft dieses öles ist, daß es Rostlösend wirkt!
...und dann...



...setzt man die Bürste an, und schruppt und poliert....



auch hier zwischen den Speichen....man das hört sich an wie 'ne 
Zahnputzwerbung....


  Und dieses Rad - es handelt sich hier um ein "KURPFALZ" von 1950 - sieht nun...



...so aus ...hier hatte ich es gestern für eine Nacht neben meinem Bett gelagert,
da ich es im Wohnzimmer restauriert habe - hatte einfach mal Bock dabei die News zu sehen/hören
und dabei zu schrauben - war wirklich witzig. Und gemütlich dazu!

Die Geschichte dazu findet Ihr wie immer auf der Story-Seite bzw. bei meinen "Schätzchen"
.....